Ein Dodge Charger R/T von 1968, importiert aus dem ländlichen Indiana

Das Auto wurde auf einem Feld im ländlichen Indiana gefunden. Die Inspektionsfotos, die wir vor dem Kauf gemacht haben, erzählen die wahre Geschichte: Oberflächenrost an den Kanten des Kofferraumdeckels, stärkere Korrosion an den hinteren Blattfedern und am Unterboden, eine Karosserie, die offensichtlich jahrelang im Freien gestanden hatte. Nichts versteckt, nichts für den Verkauf geschönt. Genau das wollen wir sehen, bevor wir uns auf ein solches Projekt einlassen. So können wir den tatsächlichen Arbeitsumfang planen, statt ihn erst mittendrin zu entdecken.

Interessant war dieses Auto nicht nur wegen des R/T-Emblems. Es kam mit seinem originalen Eigentumsnachweis aus Indiana, erstmals in den 1980er-Jahren ausgestellt, mit einem damaligen Tachostand von knapp über 30.000 Meilen. Solche Papiere garantieren nichts über den Zustand, aber sie bestätigen, dass die Geschichte des Wagens keine Vermutung ist.
In der Werkstatt folgte derselbe Ablauf wie bei jeder Vollrestaurierung: komplette Zerlegung bis zur letzten Schraube, jedes Teil katalogisiert und zum Reinigen oder Neubeschichten sortiert, die Karosserie auf ein Drehgestell montiert, damit wir jeden Winkel bearbeiten können, ohne gegen die Schwerkraft zu arbeiten. Lack und Oberflächenrost werden mit Abbeizer und mechanisch entfernt, ohne Sandstrahlen, denn Strahlen kann dünnes Originalblech verziehen, und wir investieren lieber zusätzliche Stunden, als die Bleche zu riskieren. Im April 2016 war das Heck der Karosserie bereits auf blankem Metall, und die Reparatur an der hinteren Schürze und den Stoßstangenhalterungen lief.
Eine Restaurierung wie diese verläuft nicht geradlinig, und wir tun nicht so, als wäre sie abgeschlossen. Das ist sie noch nicht. Aber die Dokumentation dieses Autos, von der verrosteten Blattfeder auf einem Feld in Indiana bis zur blanken Karosserie auf unserem Drehgestell, zeigt ziemlich ehrlich, wie eine Vollrestaurierung aussieht, bevor der Lack kommt: vor allem Geduld, vor allem Blecharbeit und viele Fotos, die niemand sieht, bis wir bereit sind, sie zu zeigen.




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